Noch nichts Neues vom Wolf

Veröffentlicht am: 28.01.2019

Wildpark Knüll und Schwalm-Eder-Kreis melden, dass der Wolf trotz erneuter Sichtungen bisher nicht gefangen werden konnte.

Freitag den 18.01.2019 konnten zwei Wölfe aus dem inneren Wolfs- und Bärengehege in den Wildpark entfliehen. Ein Wolf wurde noch am selben Tag zur Gefahrenabwehr geschossen, da sich das im Wildpark frei bewegende Rot-, Dam- und Muffelwild in zunehmender Panik befand und drohte sich selbst erheblich oder gar tödlich zu verletzen sowie in wilder Raserei gegen den Außenzaun des Wildparks zu laufen, sodass die Gefahr bestand, dass Tiere auf die angrenzende Straße ausbrechen könnten. Nachdem ein Betäubungsschuss nicht möglich war, war dies die letzte, aber leider notwendige Konsequenz. Am Samstag den 19.01. war dann am späten Abend klar, dass der sich auch weiterhin auf der Flucht befindliche Wolf außerhalb des Wildparkgeländes befindet und bisher noch nicht gefangen werden konnte.

Wolfssichtungen

Aufgrund von gemeldeten Wolfssichtungen wissen die Mitarbeiter des Wildparks in welcher Region sich der Wolf aufzuhalten scheint. Es zeichnet sich ein klares Bewegungsprofil ab.

Von einer genaueren Beschreibung des Gebietes wird bewusst abgesehen, um den äußerst geruchsempfindlichen Wolf nicht aufzuscheuchen. Der inzwischen angelegte und von einer Kamera überwachte „Luderplatz“, mit dessen Hilfe der Wolf zur Nahrungsaufnahme angelockt werden soll, wurde von dem Tier leider noch nicht angenommen. Bei konkreter Sichtung am Luderplatz soll der Wolf mithilfe eines Betäubungsschusses immobilisiert werden. Aktuell sind die Mitarbeiter des Wildparks zusätzlich bemüht spezielle Wolfsfallen zu beschaffen, mit denen das Tier lebend gefangen werden könnte. Verfügbarkeit und Kosten werden derzeit geprüft.

Weitere Sicherungsarbeiten

Die aufgenommenen zusätzlichen Sicherungsarbeiten am Wolfs- und Bärengehege gehen nach Auskunft des Schwalm-Eder-Kreises gut voran. Wildparkleiter Dr. Wolfgang Fröhlich rechnet damit, dass die Arbeiten nach Lieferung des restlichen Materials im Laufe der Woche abgeschlossen werden können. Wie bereits in einer vorigen Pressemeldung mitgeteilt, wird das gesamte Gehege mit Doppelstahlmatten bis zu einer Höhe von einem Meter zusätzlich gesichert.

Für die ebenso geplante Videoüberwachung des Wolfs- und Bärengeheges ist inzwischen ein konkretes Angebot angefordert worden. Die im Gehege lebenden acht Wölfe sollen auch nachts per Video beobachtet werden, um ggf. ungewöhnliches Verhalten zu erkennen und auszuwerten. Experten äußerten Erstaunen, dass die Wölfe die im Gehege angebrachte Strombarriere überwinden konnten.

Um Mithilfe und Vorsicht wird gebeten

Wildparkleitung und Landkreis bitten die Bevölkerung auch weiterhin Wolfssichtungen zu melden. Zur Vorsicht wird geraten. Hunde sollen von Spaziergängern an der Leine geführt werden. Der Wildpark ist unter 05681-2815 telefonisch zu erreichen. Die örtlichen Polizeidienststellen nehmen ebenso Sichtungsmeldungen entgegen und leiten diese dann weiter.

Der Wildpark Knüll bleibt zunächst für Besucher geschlossen.