Jahresabschluss

Zuständiger Fachbereich:

Kreisausschuss des Schwalm-Eder-Kreises, FB 11.1
Straße:
Parkstraße 6
PLZ/Ort:
34576 Homberg (Efze)


Beschreibung:


Die Gemeinde hat gemäß § 112 der Hessischen Gemeindeordnung (HGO) für den Schluss eines jeden Haushaltsjahres einen Jahresabschluss aufzustellen. Er ist nach den Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung aufzustellen und muss klar und übersichtlich sein. Er hat sämtliche Vermögensgegenstände, Schulden, Rechnungsabgrenzungsposten, Erträge, Aufwendungen, Einzahlungen und Auszahlungen zu enthalten, soweit durch Gesetz oder aufgrund eines Gesetzes nichts anderes bestimmt ist.

Der Jahresabschluss hat die tatsächliche Vermögens-, Ertrags- und Finanzlage der Gemeinde darzustellen. Er besteht aus der Vermögensrechnung (Bilanz), der Ergebnisrechnung sowie der Finanzrechnung und ist durch einen Rechenschaftsbericht zu erläutern.

Dem Jahresabschluss sind als Anlagen beizufügen, ein Anhang, in dem die wesentlichen Posten des Jahresabschlusses zu erläutern sind, mit Übersichten über das Anlagevermögen, die Forderungen und die Verbindlichkeiten sowie eine Übersicht über die in das folgende Jahr zu übertragenden Haushaltsermächtigungen.

Mit der Pflicht zur Aufstellung des Jahresabschlusses werden verschiedene Funktionen verfolgt. Es können zwei Hauptfunktionen unterschieden werden:

  • Einerseits hat der Jahresabschluss die Aufgabe, den verschiedenen Adressaten (z.B. politische Gremien und Bürger) in standardisierter Form ein Mindestmaß an Informationen über die Haushaltswirtschaft der Kommune zur Verfügung zu stellen. Diese Aufgabe kann als Informationsfunktion bezeichnet werden. Die Informationen dienen der Dokumentation, der Rechenschaft, der Selbstinformation und der Fremdinformation.
  • Ferner kommt dem Jahresabschluss die Aufgabe zu, das Periodenergebnis, also den Ressourcenverbrauch und das Ressourcenaufkommen eines Haushaltsjahres, zu ermitteln. Diese Ergebnisermittlungsfunktion ist von besonderer Bedeutung, da der zukünftige Haushaltsausgleich in erster Linie auf das Jahresergebnis bezogen wird.

Der Jahresabschluss der Kommunen hat unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung (GoB) ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage zu vermitteln. Diese Forderung wird als Generalnorm für den Jahresabschluss  bezeichnet.

  • Die Darstellung der Vermögenslage soll darüber informieren, wie "reich" oder "arm" die Kommune ist, d.h. wie hoch der Saldo zwischen den Vermögensposten und den Schulden ist. Die stichtagsbezogene Schlussbilanz bildet die Vermögenslage ab.
  • Die Darstellung der Ertragslage soll darüber informieren, in welchem Umfang und aus welchen Gründen sich das Reinvermögen (Eigenkapital) innerhalb eines Haushaltsjahres verändert hat. Die Ertragslage wird über die zeitraumbezogene Ergebnisrechnung abgebildet.
  • Die Darstellung der Finanzlage soll über die Herkunft und die Verwendung der in der Kommune eingesetzten Finanzmittel Auskunft geben und über die Liquidität informieren. Das Instrument zur Darstellung der Finanzlage ist die zeitraumbezogene Finanzrechnung.